Die Neuen kommen! Weibliche Avantgarde in der Architektur der zwanziger Jahre
20.04.2005 - 05.06.2005
Architekturmuseum der Technischen Universität München in der Pinakothek der Moderne

Die Ausstellung zeigt zum erstmals den vielfältigen Einfluss von Architektinnen, Künstlerinnen, Designerinnen, Filmemacherinnen und Architekturtheoretikerinnen auf die Avantgarde-Architektur der zwanziger Jahre. Entwerfen, Bauen und Gestalten, aber auch Schreiben und Theoretisieren über Architektur sowie das Fotografieren und Filmen der Bauten der Weimarer Zeit war für eine neue Generation von Frauen zum Beruf und zur künstlerischen Aufgabe geworden.
Die Neuen Frauen, die in den zwanziger Jahren erstmals in größerer Zahl an den Technischen Hochschulen und am Bauhaus studierten, wollten Innovationen für das moderne Leben. Diese weibliche Architektur-Avantgarde suchte nach funktionalen und einfachen Lösungen, um ein Umdenken beim Bauen und Wohnen zu verwirklichen. Ihre Projekte und Ideen sollten den neuen Lebensbedürfnissen entsprechen. In dem 1927 publizierten Architekturklassiker "Neues Wohnen, Neues Bauen" von Adolf Behne heißt es: "Neues Bauen setzt voraus ein neues Wohnen ... neues Wohnen aber setzt voraus den neuen Menschen". Diesen Gedanken ergänzte die Bauhausarchitektin Wera Meyer-Waldeck: „Die Technik ist dazu da, das Leben angenehm zu machen, aber die Kunst macht es erst wertvoll und lebenswert.“

Architekturfotografien, Zeichnungen und Dokumente sowie Möbel, Skulpturen und Gemälde werden in der Ausstellung präsentiert. Vieles davon ist aus Privatbesitz und blieb bislang unveröffentlicht. Ergänzend werden Tondokumente und Filme aus den zwanziger Jahren zu hören bzw. zu sehen sein. Neben den Arbeiten der Bauhausarchitektinnen Friedl Dicker und Kath Both werden auch Möbel von Lilly Reich vertreten sein. Von der international bekannten Architektin Grete Schütte-Lihotzky wird eine vollständige begehbare "Frankfurter Küche" ausgestellt. Neben Skizzen und Zeichnungen der Architektinnen Lucy Hillebrand, Marlene Moeschke-Poelzig und Gretel Norkauer, sind auch Fotografien und Zeichnungen der Münchner Architektin Hanna Loev zu sehen, die unter Robert Vorhoelzer in der Münchner Postbauschule tätig war.






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Publikationen:
• Die Neuen kommen! Weibliche Avantgarde in der Architektur der zwanziger Jahre